Allergien, Intoleranzen und Schwangerschaft

Allergien, Intoleranzen und Schwangerschaft

Und plötzlich ändert sich Alles… Eben noch die Reise nach New York geplant und weitere Projekte dann mach ich morgens einen Test weil meine Periode sich offensichtlich verspätet hat und das Ergebnis ist schwanger! Ein Wunschkind, aber trotzdem irgendwie überraschend. Andererseits kann man Kinder nicht wirklich planen! Ich brauchte daher auch erstmal Zeit, um mich in diese neue Rolle einzufinden und daher mussten Blog und Podcast leider erstmal hinten anstehen.

Schwanger sein mit Histaminintoleranz, Fruktose- und Sorbitunverträglichkeit und Allergien

 

Das Ergebnis stellte mein Leben ganz schön auf den Kopf. So richtig war ich gar nicht vorbereitet! Ich nahm doch noch das Antihistaminika regelmäßig ein und Folsäure habe ich auch noch keine genommen. Ich war so ziemlich durch den Wind, was mein Histaminfass wohl auch noch zum überschießen brachte, dann noch die vorhandenen Folsäuretabletten aus dem Medizinschrank, die doch eigentlich immer gingen, genommen und zack am Abend wieder ne pseudoallergische Reaktion mit den typischen Herz-Kreislaufproblemen. Rettungswagen und ab ins Krankenhaus, denn mein übliches Antihistaminikum konnte ich ja erstmal nicht nehmen, da es in der App für Medikamente in der Schwangerschaft (Embryotox) als grau eingestuft war. Im Krankenhaus konnten sie leider auch erstmal nicht viel machen. Zumal in der 5. Schwangerschaftswoche noch nicht wirklich klar war ob alles gut geht. Sie versorgten mich aber zumindest mit einem schwangerschaftsverträglichen Antihistaminikum und mit viel Wasser, ging es mir dann auch relativ schnell wieder besser.

Das hat mir aber einen riesigen Schrecken eingejagt und ich fing wieder an sehr penibel histaminarm zu essen und erstmal alles mögliche zu meiden was mir nicht geheuer vorkam.

Dieser Vorfall zeigte mir aber nun endgültig, dass ich einen bestimmten Zusatzstoff einfach nicht vertrage. Ascorbinsäure, Ascobylpalmitat und alles was noch im entferntesten damit zu tun hat. Ich reagiere da, und den Verdacht hatte ich schon öfter, ziemlich heftig pseudoallergisch drauf. Keine Ahnung warum! Ich denke, dass ich das nur lange genug abpuffern konnte, weil ich durch das Antihistaminikum, was ich relativ regelmäßig einnahm etwas geschützt war.

Schwangerschaft mit genetisch bedingter Histaminintoleranz und diversen Allergien sowie noch einer Fruktose- und Sorbitintoleranz, oje wie kann das nur klappen?!?

 

Leben mit Allergien und Intoleranzen in der Schwangerschaft

 

Die folgenden Zeilen beschreiben meine persönlichen Erfahrungen! Ich bin keine Ärztin oder Diplom-Ökotrophologin!  Wenn du den Verdacht einer Unverträglichkeit oder Allergie hast, dann wende dich bitte unbedingt an deinen Hausarzt und wenn du schwanger bist auch an deinen Frauenarzt und bespreche mit ihnen weitere Schritte, vor allem auch wenn du Supplemente einnehmen möchtest!

Es klappt ziemlich gut! Ich hatte seit diesem Vorfall keine so schwerwiegenden pseudoallergischen Reaktionen mehr, die einen Besuch mit Rettungswagen in der Ambulanz rechtfertigten.

Mir machen wie jeder werdenden Mutter die bekannten Schwangerschaftsbeschwerden zu schaffen, die mich glücklicherweise nur im geringen Maß belasten.

Zwei kleinere pseudoallergische Reaktionen traten nochmal auf, wo ich einmal etwas zu mutig war und es mit histaminhaltigen Lebensmitteln wieder überdosiert hatte. Und beim zweiten Mal habe ich einen Apfelmus getestet, der mit Guave war und fragt mich nicht warum aber Guave geht auch nicht! Das einsetzende Herzrasen kurz nach dem Verzehr war für mich ein eindeutiges Zeichen, dass ich das besser mal mit der Guave lassen sollte.

Die Fruktose- und Sorbitintoleranz setzt mir allerdings wieder etwas mehr zu. Weil ich natürlich, damit das Baby genügend Vitamine bekommt, wieder mehr Obst esse worauf ich nicht allergisch reagiere, was aber leider ziemlich viel Fruktose oder Sorbit hat. Daher bin ich da jetzt auch wieder etwas vorsichtiger. Mango jeden morgen geht leider nicht gut aus.

Was kannst du also tun wenn du planst schwanger zu werden oder es etwa schon bist?

Wichtig ist es vorab herauszufinden was die Ursache deiner Histaminintolaranz ist! Ich hab darüber schon mal in Bezug zur Nickelallergie einen sehr ausführlichen Artikel geschrieben, wo du die möglichen Ursachen nachlesen kannst. Ich denke, dass eine der häufigsten Ursachen, neben einem Ungleichgewicht der Darmflora (zu viele histaminbildende Bakterien), versteckte Allergien sind. Das kann eine Hausstaub- oder Pollenallergie sein. Oder eine echte Typ 1 Allergie die durch Lebensmittel ausgelöst wird und im Körper immer wieder Histamin triggert.

Es muss dabei nicht immer gleich die heftigste Reaktion, der allergische Schock ausgelöst werden! Oft gehen solche Allergien einfach nur mit unklaren Magen-Darm-Beschwerden einher wie Blähungen, Übelkeit, Durchfall nach dem Essen. Die Schwellung von Zunge oder Lippen oder das Kribbeln im Hals, kurz nach dem Essen, ist schon ein sehr eindeutiges Anzeichen. Daher kommt man selten darauf, dass Magen-Darm-Beschwerden auch auf eine echte Allergie hinweisen können, und nicht unbedingt nur ein Reizdarm sein müssen.

Bei mir ist das so. Wenn Allergien nur ganz schwach ausgeprägt sind oder eine Kreuzallergie vorliegt, die leider auch nicht im Blut oder auf der Haut getestet werden kann, reagiert mein Magen-Darm System, da ziemlich deutlich drauf und zeigt mir das etwas nicht geht. Zuletzt war es Rote Beete. Ich bekam davon immer starke Magen und Darm-Schmerzen nach dem Genuss und später Blähungen sowie die bekannten pseudoallergischen Reaktionen meines Herz-Kreislaufsystems (Herzrasen und manchmal auch Bluthochdruck). Mit Verdacht auf Eileiterschwangerschaft und akutem Blinddarm eine Woche nach dem Test, saß ich wieder bei den Ärzten. Aber alles gut. Also ging ich in mich und sortierte alles aus was ursächlich sein könnte. Und tatsächlich, nachdem ich den ultra leckeren Rote-Beete-Meerrettich-Aufstrich weg lies, lösten sich die Beschwerden schnell auf.

Hilfreich für mich ist immer ein Ernährungs- und Beschwerdentagebuch, damit ich genau nachvollziehen kann, was der Übeltäter sein könnte.

 

Essen im Einklang | Schwangerschaft mit Allergien und Intoleranzen

 

Ernährung und Supplemente bei Allergien und Intoleranzen in der Schwangerschaft

 

Im Moment bin ich jetzt in der 26. SSW und meine Hebamme hat mir neulich gesagt wie gut ich das bisher meistere mit meinen Unverträglichkeiten. Das Kind entwickelt sich prächtig. Ich achte sehr auf eine ausgewogene Ernährung und versuche alles in Maßen zu essen worauf ich nicht allergisch reagiere. Dazu gehören auch mal ein paar nickelreiche Lebensmittel ab und zu. Leider schaffe ich es nicht alle Nährstoffe in dem Maß zu zuführen wie das Baby und ich benötigen. Daher ist eine kontrollierte Supplementierung für mich hier der Weg, um Mängel aufzufangen, dabei unterstützen mich meine Gynäkologin und Hausärztin.

Zur Zeit macht mir ein physiologisch bedingter Eisenmangel zu schaffen, weil das Baby jetzt immer größer wird und viel Eisen zur Blutbildung benötigt.

Ich lasse seitdem ich weiß, dass ich schwanger bin alle 8-12 Wochen bestimmte Vitamine und Blutwerte auch auf eigene Kosten checken. Aufgrund des genetisch bedingten DAO-Mangels gehören vor allem Vitamin B6 und der DAO Wert dazu. Zu Beginn war ich mit B6 ziemlich im Mangel, der Körper benötigt dieses Vitamin auch zur Synthese der Diaminoxidase (DAO), das Enzym, was Histamin abbaut.

In der Schwangerschaft produziert die Plazenta ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel wohl eine sehr hohe Menge. Meine DAO ist nun exorbitant angestiegen. Und ich habe das Gefühl, dass ich deshalb auch wieder etwas histaminreichere Lebensmittel vertrage wie Tomatensoße oder mal eine Mandarine. Alles trotzdem in Maßen!

Der Eisenwert wird ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel als Leistung der Krankenkasse vorsorglich bezahlt.

Ich supplementiere in Absprache mit meinen Ärztinnen neben Eisen mit natürlichem Vitamin C aus der Acerolakirsche, damit es besser aufgenommen wird, auch noch regelmäßig ein Vitamin B Komplex mit aktivierter Folsäure und B6, Vitamin D3 sowie Magnesium. Es hat etwas gedauert da verträgliche Produkte zu finden, ohne Zusatzstoffe wie Ascorbylpalmitat, Mais- oder Kartoffelstärke. Alles Stoffe auf die ich pseudoallergisch reagiere. Ich musste etwas Suchen, aber es gibt etwas!

Ansonsten versuche ich mich so ausgewogen wie möglich zu ernähren mit viel verträglichem Gemüse, Obst in Maßen und guten sättigenden Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiße auch aus tierischer Herkunft. Eine vegane und vegetarische Ernährung ist aufgrund der vielen Intoleranzen in meinem Fall einfach nicht möglich. Was ich sehr bedauere. Aus ethischen Gründen versuche ich daher nur Produkte zu verzehren, die möglichst regional und biologisch hergestellt werden.

 

Vorbereitung auf die Geburt

Nun geht es darum abzuklären wie die Geburt verlaufen kann! Zu erst wollte ich unbedingt einen Kaiserschnitt machen lassen. Nach mehreren Gesprächen indem ich auch meine Ängste auflösen konnte, habe ich mich jetzt für einen natürlichen Geburtsverlauf entschieden und bereite mich demnächst mit einer speziellen Atemtechnik gemeinsam mit meinem Partner darauf vor.

Ich habe mir jetzt auch schon rechtzeitig einen Termin für das Vorgespräch in dem Krankenhaus, indem wir entbinden wollen geben lassen. Mit meiner Dermatologin habe ich abgesprochen, dass wir mögliche Medikamente, die das Krankenhaus geben könnte, vorab im Blut testen lassen. Durch die Allergien und die  Histaminintoleranz sind leider nicht alle Medikamente, die bei einer Geburt verabreicht werden, möglich!

Ich fühle mich durch diese intensive Vorbereitung sehr sicher und gestärkt für die Geburt. Und freue mich so sehr darauf unser Kind endlich in den Armen halten zu können. Bis dahin soll es wachsen und stärker werden und ich werde ihn durch eine achtsame Lebensweise dabei unterstützen.

Herzliche Grüße Rike

 

Quellenangaben:

https://www.histaminintoleranz.ch/de/histaminose_histaminstoffwechsel.html#abbau

https://www.histaminintoleranz.ch/de/einleitung.html

http://www.nickelfrei.de/

 

Merkblatt histaminarme Ernährung der SIGHI:

https://www.histaminintoleranz.ch/downloads/SIGHI-Merkblatt_histaminarmeErnaehrung.pdf

 

Weitere Bücher über die Nickelallergie und Unverträglichkeiten habe ich dir hier zusammengestellt.

 

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